Biokraftstoff-Quotenhandel

Seit Juni 2009 gilt das neugestaltete Biokraftstoff-Quotengesetz. Dank dieses Gesetzes können Betreiber von Erdgastankstellen durch das in Verkehr bringen von Biomethan als Kraftstoff die Biokraftstoffquotenverpflichtung von Mineralölunternehmen übernehmen. BIO-ERDGAS ist für Mineralölunternehmen eine interessante Alternative zur physischen Beimischung von Biodiesel und Bioethanol. Vor dem Hintergrund der verschärften Treibhausgasminderung bis 2020 ist mit einer steigenden Nachfrage nach Bio-Erdgas-Quoten zu rechnen.

Mit Beginn des Jahres 2015 sieht das Bundes-Immissionsschutzgesetz nun eine Treibhausgasminderungsquote vor, die die bisherige energetische Quote von 6,25 Prozent ersetzt. Das Gesetz erfordert durch die Vermarktung von Erneuerbaren Kraftstoffen in Reinform oder als Beimischung bei Otto- und Dieselkraftstoffen eine Treibhausgaseinsparung von zunächst 3,5 Prozent in den Jahren 2015 und 2016. Bis 2020 erfolgt eine schrittweise Erhöhung der Treibhausgasminderung auf 6 Prozent.

Bundesregierung stärkt nachhaltiges BIO-ERDGAS

Was bedeutet die Änderung hin zu einer Treibhausgasminderungsquote?
Das Bundes-Immissionsschutzgesetz sah bisher vor, dass der erneuerbare Anteil an der Gesamtmenge des Kraftstoffes, den ein Unternehmen in den Verkehr bringt mindestens 6,25 Prozent auf energetischer Basis betragen muss. Damit legte die Bundesregierung 2009 den Grundstein für einen erhöhten Absatz von Biokraftstoffen und förderte auf diesem Weg auch erstmals Biomethan als Kraftstoff. Mit der Umstellung zu einer Treibhausgasminderungsquote mit Beginn 2015 fokussiert die Bundesregierung auf das Treibhausgas-Minderungspotenzial besonders nachhaltiger Biokraftstoffe. Von nun an gilt, je höher die Treibhausgaseinsparung eines Biokraftstoffes ist, umso höher ist dessen Marktwert. BIO-ERDGAS profitiert von dieser Umstellung in besonderem Maß, da dieses mit etwa 85 Prozent die höchsten Treibhausgaseinsparungen mit sich bringt.

Durch das stetig wachsende Straßenverkehrsaufkommen, besonders im Straßengüterverkehr, konnten bisher keine nennenswerten CO2-Einsparungen in diesem Sektor erzielt werden. Der Straßenverkehr verursacht etwa ein Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Mit dem Fokus auf die Treibhausgasminderung im Kraftstoffmarkt begegnet die Bundesregierung diesem Trend und fördert damit den Absatz von besonders nachhaltigen Biokraftstoffen. In den Jahren 2015 und 2016 müssen daher die Treibhausgasemissionen der gesamten Kraftstoffmenge (Otto- und Dieselkraftstoff), die von einem Unternehmen in den Verkehr gebracht werden um 3,5 Prozent gesenkt werden. In den Jahren 2017 bis 2019 erhöht sich dieser prozentuale Anteil auf 4,0 Prozent und ab dem Jahr 2020 erneut auf 6 Prozent. Dementsprechend ist nicht mehr nur die Menge des Biokraftstoffes entscheidend, sondern auch die Treibhausgas-Einsparung der jeweiligen Biokraftstoffe gegenüber des fossilen Referenzwertes (83,8 g CO2äq./MJ).

Mit Blick auf die benötigten THG-Quoten, ist es für Mineralölunternehmen durchaus attraktiv, ihre Verpflichtungen zur THG-Einsparung an Dritte (Betreiber von Erdgastankstellen) zu übertragen. Für Betreiber von Erdgastankstellen, die BIO-ERDGAS in Verkehr bringen, ergibt sich daraus ein zusätzlicher Erlös, welcher die höheren Bezugskosten des erneuerbaren Pendants von ERDGAS decken kann.

Mit der gesetzlichen Änderung geht auch eine Modifikation in Bezug auf die Berechnung der Biokraftstoffquoten einher. Das Hauptzollamt stellt dazu umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung.

Mit Zukunft ERDGAS als Partner fit für die Bio-Quotenübertragung

Zukunft ERDGAS hat im Jahr 2010 ein Projekt ins Leben gerufen, um den Handel zwischen Mineralölunternehmen und Erdgastankstellenbetreibern zu fördern und insbesondere die administrativen Rahmenbedingungen für diesen Handelsmarkt zu klären. Anfang 2011 startete dann die Handelsplattform mit ersten Quotenangeboten. Als Vermittler zwischen Quotenbeistellern (Betreiber von Erdgastankstellen) und Quotenverpflichteten (Mineralölunternehmen) unterstützt Zukunft ERDGAS bei der administrativen Abwicklung der Quotenübertragung zwischen den Marktpartnern und gegenüber dem Hauptzollamt in Cottbus. Betreiber von Erdgastankstellen und interessierte Mineralölunternehmen können gerne jederzeit ihre Angebote und Bedarfe bei Zukunft ERDGAS melden (Preisvorstellung in EUR / t CO2, Treibhausgasemissionen gemäß Biokraftstoffnachhaltigkeitsnachweis, Energiemengen). Wir unterstützen Sie bei der jeweiligen Vermittlung Ihrer Angebote. Im Falle einer Preis- und Mengeneinigung übernehmen wir die Vertragsgestaltung zwischen den Marktpartnern und melden die Quotenübertragung an die zuständige Quotenstelle in Cottbus.

Nachweisführung für BIO-ERDGAS als Kraftstoff

Einhaltung der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung als Voraussetzung für die Quotenübertragung
Biokraftstoff ist nicht gleich Biokraftstoff. Damit BIO-ERDGAS in die Anrechnung der Bio-Quote einfließen darf, muss es nachhaltig erzeugt und zertifiziert sein. Die Anforderungen für die Nutzung von Biomasse sind durch die europäische Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien festgelegt. In Deutschland wurde dazu die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) entwickelt, die am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist. Sie legt für alle Stufen der Wertschöpfungskette bestimmte Anforderungen an die Biomasse fest. Zudem enthält sie Vorgaben für die Dokumentation und Nachweisführung. Für die Anerkennung als Biokraftstoff muss ein bestimmtes THG-Minderungspotenzial gegenüber dem fossilen Kraftstoff dokumentiert werden. Das heißt, der regenerative Treibstoff muss mit mindestens 35 Prozent eine deutlich niedrigere CO2-Bilanz aufweisen. Die Nachweisführung muss dabei vom Betreiber der Biogasanlage ausgestellt werden. Entsprechende Bio-Erdgas-Mengen und Nachweise müssen zwingend im Nachhaltige-Biomasse-System (Nabisy) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung eingestellt werden. Der Betreiber der Erdgastankstelle ist anschließend verpflichtet, den Nachweis gegenüber der Biokraftstoffquotenstelle bzw. dem Hauptzollamt zu erbringen.


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Michael Schaarschmidt
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