Das Funktionsprinzip einer Erdgas-Tankstelle

Die Hauptkomponente einer Erdgastankstelle (Verdichter, Speicher, Rohrleitung und Abgabeeinrichtung) müssen optimal aufeinander abgestimmt werden, da sie die Befüllleistung der Anlage bestimmen. Die Standardanlage ist für eine Betankung von täglich 60 bis 80 Fahrzeuge (Pkw) und leichte Nutzfahrzeuge ausgelegt.

Die Basiskomponenten einer Erdgastankstelle

  • Verdichter
    Kolbenverdichter mit Liefervolumen von rd. 120 Nm³/h
    E-Antrieb, 30 – 40 kW Anschlussleistung (in Abhängigkeit des anstehenden Gasleitungsdruckes)
  • Hochdruckspeicher
    28 (42) Flaschen á 80 Liter
    max. Speicherdruck: 300 bar
    Nutzbares Speichervolumen ca. 230 (350) Nm³
  • Zapfsäule
    2 Füllanschlüsse mit 2 Messwerken
    Zeitgleiche Betankung von 2 Fahrzeugen
    Betankungszeit pro Pkw (20 kg) 2 – 3 Minuten
  • „Sales and Billing“
    Komplette Integration in vorhandene Mineralöltankstelle
    (inkl. Nutzung Tankkarten und Kassensystem)

 

Die Verdichteranlage

In der Verdichteranlage wird das ERDGAS, das üblicherweise dem städtischen Leitungsnetz mit einem Druck zwischen einigen Millibar bis zu über 20 bar entnommen wird, auf einen Druck von fast 300 bar verdichtet und in den Speicher gefördert. Das verdichtete Erdgas (CNG) gelangt von dort über Hochdruck-Rohrleitungen zur Zapfsäule.

Die Rohrleitung

Das ERDGAS gelangt über Hochdruckbündelrohre mit einem maximalen Speicherdruck von bis zu 300 bar abzüglich Toleranzen und Reibungsverlusten zur Zapfsäule. Die Verlegung der Hochdruckbündelrohre erfolgt unter- und überflur. Da die Rohrleitungen von der Trommel abgerollt werden, funktioniert die Verlegung – analog zu Elektrokabeln – problemlos und schnell. Dadurch, dass der maximal mögliche Druck bis zur Zapfsäule ansteht, ist gewährleistet, dass im Bereich der Temperaturkompensation  eine bestmögliche Befüllung auch bei höheren Umgebungstemperaturen im Sommer im Fahrzeug erfolgen kann. Die Bündelrohre unterliegen höchsten Sicherheitsanforderungen und wurden bei Testdrücken von ca. 1400 bar getestet. Zum Vergleich: Der normale Betriebsdruck beträgt etwa 290 bar.

Zapfsäule

Die standarisierte Hochleistungszapfsäule besticht mit einer einer durchschnittlichen Füllleistung von ca. 6-7 kg/min., das heißt, ein Fahrzeug mit einem 20kg-Tank wird in 2-3 Minuten befüllt. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die Zapfsäule mit zwei unabhängigen Zapfgarnituren und zwei Messwerken (Coriolis-Zähler) zur gleichzeitigen und beidseitigen Befüllung von zwei Erdgasfahrzeugen konzipiert ist. Die Ausführung in 300 bar-Technik bedeutet, dass der Betriebsdruck des Speichers von etwa 300 bar bis zur Zapfsäule ansteht und erst dort auf 250 bar geregelt wird. Nur damit wird eine optimale, temperaturkompensierte Fahrzeugbefüllung erreicht. Die Zapfsäule arbeitet autark, das heißt, sie ist von der Verdichtersteuerung unabhängig.

Die Stand-alone-Zapfsäule

Durch die Standarisierung der Zapfsäulentechnik und die individuelle Anpassung des Design an den jeweiligen Mineralölpartners fügt sich diese Säule harmonisch in das Tankfeld einer öffentlichen Tankstelle ein. Zusammen mit den Herstellern der Zapfsäulen konnten Erdgas-Lösungen für praktisch jedes in Deutschland vorkommende Design entwickelt werden. Die Kassenanbindung ist genauso unproblematisch wie bei herkömmlichen Benzin- und Dieselsäulen auch.

Die Multiprodukt-Zapfsäule

Ein weiterer großer Schritt zur Standarisierung und zur Integration der Erdgastechnik in die Entwicklung des Erdgasmoduls für eine Multiprodukt-Zapfsäule (MultiProductDispenser, MPD) ist gelungen, die sich nahtlos in die Reihe der anderen Produkte einfügt.

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Michael Schaarschmidt
Leiter Produktmanagement

Tel.: 030 4606015-82

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Errichtung einer Erdgas-Tankstelle

Installation und Wartung

Ist der Standort für die neue Erdgas-Tankstelle sondiert, folgt die Errichtung. Hier gilt es einige Vorschriften zu beachten.

Errichtung einer Erdgas-Tankstelle