Wirksames Wegwerfstrom-Recycling

Eine der größten Herausforderungen der Energiewende im Stromsektor ist die volatile Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom. Wenn der Wind weht, ist schon heute regional mehr Elektrizität vorhanden, als das Stromnetz aufnehmen kann. Die Folgen: Kurzfristig müssen Windparks abgeregelt werden. Mittelfristig müssen die Stromnetze ausgebaut werden. Und langfristig wird diese Herausforderung immer größer – weil der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix immer weiter steigen soll.

Power-to-Gas bietet Lösungen

Mit dem überschüssigen Ökostrom wird Wasser (H2O) mittels Elektrolyse in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) aufgespalten. Der Wasserstoff kann entweder direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden – nach den aktuellen Vorgaben darf die Beimischung bis zu 5 Prozent betragen – oder er wird zu synthetischem ERDGAS weiterverarbeitet, das unbegrenzt beigemischt werden kann. Hierzu wird der regenerativ gewonnene Wasserstoff (H2) mit dem „Abgas“ (z. B. aus Bio-Erdgas-Anlagen) Kohlendioxid (CO2) mittels Methansynthese zu erneuerbarem ERDGAS (CH4) konvertiert. Als Beiprodukt entsteht H2O – Wasser.

Erdgaslösung mit vielen Vorteilen

Power-to-Gas nutzt regenerativ erzeugte Energie, die ansonsten ungenutzt bleiben würde. Bei der Herstellung von grünem ERDGAS entstehen als Abfallprodukte Sauerstoff und Wasser, also gänzlich unbedenkliche Stoffe. Durch Power-to-Gas wird der Ökostrom in den größten Energiespeicher Deutschlands gebracht: Ins Erdgasnetz – und bedarfsgerecht am Ort des Bedarfs zur Verfügung gestellt. Zudem kann das Verfahren gleichzeitig dazu beitragen, CO2 zu binden.

Verschiedene Power-to-Gas-Anlagen haben die technische Machbarkeit bereits unter Beweis gestellt. Zukunft ERDGAS setzt sich dafür ein, dass ein schlüssiges Marktmodell entwickelt wird, das den wirtschaftlichen Betrieb dieser Anlagen ermöglicht.

Power-to-Gas goes Regelenergiemarkt

Die Power-to-Gas-Anlage von Audi in Werlte wurde im Juli 2015 für die Teilnahme am Regelenergiemarkt vom Übertragungsnetzbetreiber TenneT qualifiziert. So kann erstmals Power-to-Gas direkt zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

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Dr. Norbert Azuma-Dicke
Leiter Public Affairs

Tel.: 030 4606015-70

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Power-to-Gas-Anlagen in Deutschland

In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Power-to-Gas-Forschungs- und -Pilotanlagen, mit denen das Verfahren erforscht und weiterentwickelt wird. Die Ergebnisse sind vielversprechend.


Eine Gesamtübersicht alle grünen Gasprojekte finden Sie in der interaktiven Gas kann grün-Karte des BDEW.

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