Von L-Gas zu H-Gas: Marktraumumstellung nach Plan

Das Aufkommen von niedrigkalorischem L-Gas, also ERDGAS mit einem relativ niedrigen Brennwert von etwa 8,2 kWh, in Deutschland und den Niederlanden geht zurück. Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) haben deshalb – in enger Abstimmung mit der Bundesnetzagentur (BnetzA) und dem technischen Regelsetzer Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) – im Rahmen des umfangreichen Netzentwicklungsplans NEP zum Netzausbau einen detaillierten Fahrplan für die Umstellung der heute noch mit L-Gas versorgten Markträume und damit für eine zukunftssichere Erdgasversorgung vorgelegt.

Der überwiegende Teil Deutschlands wird bereits seit mehreren Jahrzehnten mit H-Gas versorgt, das größtenteils aus dem Nordwesten Europas (Norwegen und Großbritannien) sowie Russland stammt. Mit 11,1 kWh verfügt H-Gas über einen höheren Methangehalt und somit über einen höheren Brennwert/Energiegehalt als L-Gas. 

Schrittweise Umstellung bis 2030

Das Umstellungskonzept der FNB sieht eine schrittweise Umstellung der Heizgeräte in den bisher noch mit L-Gas versorgten Gebieten bis 2030 vor. Diese Gebiete liegen überwiegend in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Der Umstellungsplan wird auf Basis der L-Gas-Aufkommenssituation und der Bedarfsszenarien jährlich aktualisiert.

Der höhere Brennwert von H-Gas und damit seine höhere Energiefreisetzung bei der Verbrennung macht eine optimale, auf den Energieträger angepasste Umstellung zahlreicher Heizgeräte nötig. Dafür werden bis zu 1.000 qualifizierte Fachmonteure pro Jahr bis zu 500.000 Endgeräte prüfen und bei Bedarf anpassen. Insgesamt werden über fünf Millionen Endgeräte geprüft, etwa 30 Prozent davon müssen angepasst werden. Diese Anpassung besteht in den meisten Fällen in einem unkomplizierten – und für die Besitzer kostenfreien – Austausch der Gasdüsen im Gerät. Die Koordination der Umstellung und auch den Kontakt mit den Endkunden übernehmen die Verteilnetzbetreiber vor Ort.

Neben den Endgeräten wird auch die Gas-Infrastruktur auf H-Gas angepasst, denn bisher wurden die unterschiedlichen Gasarten in voneinander getrennten Systemen transportiert. Die Verbraucher in Industrie, Gewerbe und Privathaushalten in den betreffenden Regionen werden also weiterhin sicher und kostengünstig mit ERDGAS versorgt.

Die Deutschlandkarte verdeutlicht, welche Regionen im Norden und Westen Deutschlands bis 2030 vom bisher genutzten L-Gas auf H-Gas umgestellt werden:

Neue Effizienzspielräume für den Wärmemarkt

Die Umstellung von L-Gas auf H-Gas ist auch eine Gelegenheit, die Energieeffizienz im Wärmemarkt zusätzlich zu erhöhen: Wenn sich im ersten Schritt der Marktraumumstellung – der Erhebung der Gasgeräte – herausstellt, dass eine veraltete Heizung aus technischen Gründen nicht mit dem neuen H-Gas betrieben werden kann, muss die alte Heizung modernisiert werden.

Der Austausch einer alten, ineffizienten Heizanlage gegen eine moderne erdgasbetriebene Brennwertheizung in Kombination mit Solar spart in einem Einfamilienhaus 41 Prozent der Heizkosten ein. Daneben werden die CO2-Emissionen im Vergleich um 44 Prozent gesenkt.

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Dr. Norbert Azuma-Dicke
Leiter Public Affairse

Tel.: 030 4606015-70

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Marktraumumstellung: Herausforderung und Chance

Eine Zusammenfassung zum Thema Marktraumumstellung von L-Gas auf H-Gas haben wir gemeinsam mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. und der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas aufbereitet.

Von L- zu H-Gas

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Effizienzinitiative Erdgasumstellung

Die ARGE EE ist die kommunikative Drehscheibe für alle beteiligten Marktteilnehmer im Rahmen der Marktraumumstellung.

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