Klimaschutz durch Wärmewende

Etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf den Gebäudebestand. Rund 85 Prozent davon für Heizwärme und Warmwasserbereitung, 15 Prozent für Strom. Insgesamt will die Bundesregierung bis 2020 gegenüber 2008 jährlich etwa 93 Mio. Tonnen CO2 im Wärmesektor einsparen. Davon entfallen etwa 45,5 Mio. Tonnen CO2 allein auf die privaten Haushalte, die restlichen 47,5 Mio. Tonnen CO2 auf Prozesswärme, die für industrielle und gewerbliche Zwecke genutzt wird (Quelle: BMU-Leitszenario 2009).

Gleichzeitig ist geplant, den Anteil der Erneuerbaren an der gesamten Wärmeversorgung in Deutschland bis 2020 auf 14 Prozent zu erhöhen. Zudem soll bis 2020 der Wärmebedarf des Gebäudebestandes (gegenüber 2008) um 20 Prozent reduziert werden und darüber hinaus wird bis 2050 sogar ein „klimaneutraler“ Gebäudebestand angestrebt. Das ist nur zu erreichen, wenn insgesamt in allen Lebensbereichen Energie eingespart, d. h. weniger Heizungsenergie verbraucht und Wärme besser genutzt wird, und, wie es sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat, die energetische Sanierungsrate für Gebäude auf 2 Prozent pro Jahr verdoppelt werden kann.

Private Haushalte – Die Energiewende im eigenen Keller

Etwa ein Drittel der CO2-Emissionen werden im Gebäudebereich verursacht. In der Bilanz fallen aber nicht so sehr die ca. 160.000 Neubauten (2010) pro Jahr ins Gewicht, sondern eher der Bestand mit seinen etwa 38,3 Millionen Wohneinheiten (2011). Gerade auch deshalb, weil der Neubau durch die Energieeinsparverordnung (EnEV 2009 definiert z. B. energetische Anforderungen) und durch das Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG – seit dem 01.01.2009 Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien) klarer bestimmt ist als der Altbau, wo weder Anforderungen an den Primärenergiebedarf bei anlagentechnischen Modernisierungen noch Anforderung zur Nutzung von erneuerbarer Energie verpflichtend sind (Ausnahme: Baden-Württemberg).

Daher ist es effektiver, genau hier anzusetzen: Bei den Möglichkeiten zur Sanierung setzt die Bundesregierung auf Technologieoffenheit: Maßnahmen an der Gebäudehülle, Verbesserung der Anlagentechnik oder Einsatz erneuerbarer Energien. Dies spiegelt sich jedoch nicht in der aktuellen Gesetzgebung wider (EEWärmeG-Neubau). Der Fokus liegt auf der Sanierung der Gebäudehülle und führt so zu einem Investitionsstau, da die Höhe der Investitionserfordernisse viele Eigentümer verschreckt. Zudem amortisieren sich die Investitionen in die Gebäudehülle in den meisten Fällen erst nach einigen Jahrzehnten (bis zu 47 Jahren laut Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden), wodurch weitere Investitionskraft auf lange Zeit gebunden wird und für weitere wichtige Maßnahmen fehlt.

Auflösen des Modernisierungsstaus

Eine effizientere Maßnahme besteht darin, die Auflösung des Modernisierungsstaus im Heizungskeller voranzutreiben. Laut Schätzungen des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik sind 75 Prozent der rund 20,2 Mio. Heizungsanlagen in Deutschland unzureichend effizient. Etwa nur jeder vierte Heizkessel entspricht demnach dem aktuellen Stand der Technik. Damit einhergehen beträchtliche Emissionen. Bislang werden aber nur etwa 3 Prozent der Altgeräte pro Jahr erneuert. Sollte sich die Heizungsmodernisierungsrate nicht erhöhen, werden bis zum Jahr 2020 nur ca. 30 Prozent des angestrebten CO2-Minderungsziels erreicht.

Durch die Erhöhung der Heizungsmodernisierungsrate von derzeit 3 Prozent auf 7 Prozent pro Jahr und den Einsatz von zeitgemäßer Erdgas-Brennwerttechnik sowie der Einbindung erneuerbarer Energien wie BIO-ERDGAS oder Solarthermie ließe sich das gesetzte Ziel (45,5 Mio. Tonnen CO2) zu etwa 50 Prozent erfüllen. ERDGAS hat durch das günstigere Kohlenstoff-Wasserstoff-Verhältnis im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern wie Heizöl oder Kohle eine bessere CO2-Bilanz.

  • Austausch veralteter Heiz- und Ölkessel (laut Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks sind fast 4 Mio. Ölkessel vor 1998 installiert worden): Mit der Modernisierung durch ein Erdgas-Brennwertgerät gehen die geringsten Investitionskosten und die schnellste Amortisationszeit einher (Quelle: Studie des Instituts für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS)). Der Ersatz eines alten NT-Kessels durch einen modernen Brennwertkessel spart bereits rund 15 Prozent CO2. Bei einem Energieträgerwechsel von Öl zu Gas steigt dieser Wert nochmals.

  • Noch mehr CO2 lässt sich einsparen, wenn neue Erdgas-Technologien zum Einsatz kommen: Strom erzeugende Heizungen (Mikro-KWK-Anlagen) und Gaswärmepumpen – in naher Zukunft zudem Brennstoffzellen-Geräte.

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