Praxisstudie Power-to-Gas: Großes Potenzial für eine erfolgreiche Energiewende

Erneuerbares Gas 2030 wettbewerbsfähig


Während politisch weitgehend unbestritten ist, dass eine erfolgreiche Energiewende alle Sektoren einbeziehen muss, bestehen deutliche Meinungsunterschiede darüber, wie dies in der Praxis geschehen soll. Dabei geht es insbesondere um die Frage, welche Rolle Gas und die bestehende Gasnetzinfrastruktur durch die Power-to-Gas-(PtG)-Technologie bei der Sektorenkopplung spielen kann und soll. So wird häufig auf die Ineffizienz der Anlagen aufgrund der hohen Umwandlungsverluste  hingewiesen und dann mit dem Verweis auf das Kriterium „efficiency first“ der Einsatz dieser Technologie als letztes Mittel gesehen.

Im Auftrag von Zukunft ERDGAS befragte die nymoen strategieberatung vor diesem Hintergrund Praktiker und Experten zu der Zukunft und den Potenzialen von Power-to-Gas. Die innovative Technologie wandelt überschüssigen Ökostrom in erneuerbares Erdgas, das im bestehenden Gasnetz eingespeist, gespeichert und allen Anwendungen zur Verfügung gestellt werden kann. Die Ergebnisse der Studie sind erfreulich: Ein Großteil der Befragten geht von einer deutlichen Kostendegression für Power-to-Gas bis ins Jahr 2030 aus, ebenso rechnen die Experten mit großen Effizienzfortschritten.

vlnr: Stefan Bauer, Leiter Bereich Power-To-Gas, Innovation and Development RAG Austria; Dr. Timm Kehler, Vorstand Zukunft ERDGAS; Dr. Constantin Alsheimer, Vorsitzender des Vorstands Mainova AG


Derzeit gibt es bundesweit mehr als 30 Pilotanlagen, die die Technologie bereits erfolgreich erproben und Wirkungsgrade von bis zu 80 Prozent aufweisen. Die Betreiber solcher Anlagen in Deutschland und Österreich wurden für die Studie nach ihren Erfahrungen und Erwartungen gefragt. Die Erfahrungen werden demnach überwiegend als „sehr positiv“ eingestuft, und auch der Ausblick ist optimistisch. Zwei Drittel erwarten bis zum Jahr 2030 eine weitere Verbesserung des Wirkungsgrads für die Elektrolyse um fünf bis zehn Prozentpunkte, ein Drittel der Befragten rechnet sogar mit noch größeren Effizienzfortschritten. 

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch auf Seiten der Kosten ab: Hier erwarten die Studienteilnehmer überwiegend eine Kostendegression um 50 Prozent und mehr bis 2030. 56 Prozent der Befragten erwarten die Wettbewerbsfähigkeit bis 2030, weitere 22 Prozent rechnen damit bis zum Jahr 2040.

Deutlich benennen die Experten auch die Probleme der innovativen Technologie: Während die technische Entwicklung nicht mehr als Hürde gesehen wird, prangern die Befragten insbesondere „regulatorische Hemmnisse“ an. So werden Power-to-Gas-Anlagen bislang nicht als Teil der Energieinfrastruktur gewertet, sondern müssen die für Endkunden geltenden Steuern und Abgaben entrichten.

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Potenzialstudie Power-to-Gas

Die im Auftrag von Zukunft ERDGAS durchgeführte Delphi-Kurzstudie "Praxis und Potenzial von Power-to-Gas" steht zum Download zur Verfügung.

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Grünes Gas aus Deutschland

Es gibt bereits zahlreiche Power-to-Gas-Anlagen in Deutschland. Auf der interaktiven "Gas kann grün"-Karte sind diese und weitere Projekte gekennzeichnet.

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